Heitere Krimi-Lektüre

Ich liebe die Steiermark und bin ihr von Altaussee bis Pöllauberg und Bad Waltersdorf,  von Kernöl bis Hirschbirnschnaps, zutiefst verbunden. Heiter-leichte Krimis mit liebevoll-sarkastische humorvoller Sprache sind meine bevorzugte Sommerlektüre. Somit sind die Steiermark-Krimis von Klaudia Blasl das ideale Lesefutter für die Sommerfrische. Schon ihr erstes Buch „Miederhosenmord“ hat mich beim Lesen vom Schmunzeln bis zum laut Loslachen (zum Erstaunen der neben mir  im Schatten der Platane Liegenden) gebracht, und ebenso ihr zweiter Steiermark-Krimi „GAMSBARTMASSAKER“. Ich hatte bereits im Herbst 2016 die Freude die Autorin anlässlich einer Dichterlesung ihres Zweiten Krimis im Café Museum kurz kennen zu lernen und darüber zu berichten : Blog Dichterlesung Gamsbartmassaker im Café Museum.

Endlich habe ich „Gamsbartmassaker“ nun auch selbst gelesen – fast in einem durch, so heiter, leicht und flüssig liest es sich. Liebevoll schräg nimmt die Autorin ihre Heimat aufs Korn. Böse Pointen, bissiger Humor und geniale Neologismen sind die sprachliche Verpackung der köstlichen Story, die im frei erfundenen Damischtal spielt, dessen Einwohner an Skurrilität kaum zu überbieten sind. Ein Wellnesshotel für Hunde, ein Krankenhaus, das zum Flüchtlingsheim wird und eine schießwütige Jägerschaft, ein in einer Regentonne ertränkter Mops samt am anderen Ende der roten Leine hängen Frauenleiche sind der Stoff aus dem Heiterkeit, eleganter Sarkasmus und Spannung entstehen.

Praktischer Weise gibt es am Beginn des Buches eine Auflistung der handelnden Personen samt Personenbeschreibung

und einen Prolog, der an Asterix erinnert:

Wir befinden uns im Jahre 2016 nach Christus. Ganz Österreich erbebt unter Rauchverboten und Registrierkassenpflichten, Flüchtlingskrisen und Gatterjagdskandalen. Nun ja, beinahe ganz Österreich. Denn  in einem kleinen südweststeirischen Tal  …… „ 😉

Mehr verrate ich hier nicht. Die Lesefreude soll Euch nicht genommen werden. 😉

Ich wünsche Euch genau so viel Entspannung, Heiterkeit und Lachen beim Lesen, wie ich es hatte 🙂

 

Informationen zum Damischtal

Danke an den emons: Verlag für das Rezensionsexemplar

 

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Superfoods einfach und regional

„Du bist, was du isst“ ist sowohl mein Motto als auch ein wesentlicher Teil meines Blogs. „Clean Eating“ – wie es auf neumodisch 😉  heisst, ist das, was ich schon immer aktiv lebe, so wie ich es von meinen Eltern gelernt und liebend gerne übernommen habe. Bedeutet im Klartext: Keine industriell hergestellten Nahrungsmittel, keine Fertig- oder sogenannte Convenience-Produkte, keine Chemie im Essen … also umgekehrt formuliert:  immer frisch gekocht, und so oft wie möglich regional, saisonal, bio! Natürlich kaufe ich im Winter auch Avocados,  Bananen und Zitronen – das dann aber jedenfalls bio! –  aber Erdbeeren  zum Beispiel gibt es nur, wenn sie bei uns reif sind!  Zu meiner großen Freude ist es jetzt ein tolles Buch von Andrea Ficala erschienen, das sich den heimischen Superfoods widmet – und damit den Import weit her gereister Lebensmittel wie Chia-Samen, Acai- oder Goji-Beeren überflüssig macht. Unter dem Motto „Sieh das Gute liegt so nah“ zeigt sie mit dem perfekten Trio aus regional – saisonal – bio wie wir uns naheliegend im wahrsten Sinne des Wortes gesund ernähren können und erklärt was genau die Qualitäten und Vorteile der sogenannten Superfoods sind. Wesentliche Zutaten sind regionale Superfoods _ unter anderem Leinsamen, Sprossen, zahlreiche Gemüse, Früchte und Beeren -, die alle nach einer kurzen Einführung zum Thema  mit liebevollen Illustrationen beschrieben werden. Die Bilder sind so hübsch, das ich sie am liebsten als Poster in der Küche hätte! (Vielleicht eine Anregung für Autorin, Illustratorin und Verlag ;-).

Anschließend folgt ein ausführlicher Rezeptteil, der auch für weniger routinierte Köchinnen und Köche geeignet ist, weil alles klar und einfach strukturiert, step by step beschrieben und erklärt wird. Besonders interessant ist dabei, dass bei jedem Rezept die Wirksamkeit der in den Nahrungsmitteln enthaltenen Wirkstoffe angegeben ist und ihre Wirkung auf den menschlichen Organismus.

Da es gerade so gut zur Jahreszeit passt habe ich gestern den Spargel-Brot-Salat mit würziger Kressevinaigrette gemacht, der nicht nur köstlich schmeckt, sondern über jede Menge gesundheitlicher Vorteile verfügt:

!

Dies nur als ein Beispiel! Solche Hinweise befinden sich bei allen Rezepten!

Ich kann Euch dieses wunderbare Koch- und Gesundheitsbuch nur empfehlen und wieder einmal Pfarrer Kneipp zitieren: „Eure Küche sei Eure Apotheke“!

Erschienen im Löwenzahnverlag; ISBN 978-3-7066-2610-1

 

Vielen Dank an den Löwenzahznverlag für das Rezenssionsexwemplar

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RAUNÄCHTE – das Koch-Lesebuch

Ich lese gerne, ich koche gerne, ich liebe die Weihnachtszeit – ganz besonders die „Zeit zwischen den Jahren“ – Rituale und Märchen haben mich immer schon fasziniert! Und nun ist ein Buch erschienen, das das alles in sich vereint: RAUNÄCHTE. DAS KOCH-LESEBUCH, alte Küchenweisheiten und wärmende Geschichten für die

winterlichen Zwischenzeiten, _mg_0126p

von Isabella Farkasch, erschienen im Goldegg Verlag (ISBN-3-903090-48-4).  Schon das Inhaltsverzeichnis liest sich wunderbar verlockend: Printen, Elisenlebkuchen, getrocknete und kandierte Früchte, Vanillekipferln fehlen ebenso wenig wie der echte Dresdner Christstollen, den meine Mama immer in tagelanger Vorbereitung gebacken hat.Ich bin sehr dankbar, dass mir die Autorin die Erlaubnis erteilt hat, hier das Rezept des Dresdner Stollen zu veröffentlichen. zweifellos mit größerem Aufwand verbunden – aber Zeit und Mühe lohnen sich definitiv!

Echter Dresdner Christstollen
1.000 g Mehl (kann ohne Weiteres Vollkorn sein) und 1 TL Salz in die Rührschüssel füllen. (Auf der Arbeitsfläche wird damit ein kleiner Berg aufgeschichtet, in der Mitte eine Kuhle eingedellt.) In diese Mulde das Dampfel (den Hefevorteig) einbetten. (In der Maschine verteile ich es rund um die Rühreinheit.) Für das Dampfel werden 100 g frische Germ (Hefe) in mit etwas Zucker und Mehl versetzte gewärmte Milch – 4–5 EL – gebröckelt und darin durch Rühren ganz aufgelöst und mit Mehl bestäubt. Gehen lassen, bis die Oberfläche Risse zeigt bzw. das Dampfel deutlich an Volumen zugenommen hat. Achtung: Nach0–12 Tagen verliert Germ ihre Triebkraft, daher wirklich frisch verwenden, auch wenn sie noch in Ordnung scheint, ansonsten doch lieber Trockenhefe. Ein Brieflein davon mit 7 g entspricht einem halben 42-g- Würfel Frischhefe, also 21 g, d.h. für den Stollen benötigen Sie 33,3 g Trockenhefe. Während das Dampfel aufgeht, werden am äußeren Rand des Mehlberges aufgehäuft: 500 g weiche Butter, 200 g (Birken-)Zucker (Ein wenig Rübenzucker oder Honig müssen Sie zugeben, sonst geht der Germteig nicht auf.), je ½ gestrichener TL Muskat und Kardamom, gemahlen, auch etwas geriebene Zitronenschale kann beigefügt werden. Die Gewürze sollen nicht dominieren wie bei Lebkuchen oder Kletzenbrot, sondern leicht aromatisierend im Hintergrund bleiben. Die aufgegangene Germ-Milch (Dampfel) in die Kuhle in der Mitte behutsam einfüllen, die Zutaten von der Mitte aus gut durcharbeiten. Den Rest von ursprünglich ¼ l gewärmter Milch zufügen und zu einem homogenen Teig verkneten. (Teig durch die Finger quetschen, wenn die Maschine es übernimmt, den Knethaken verwenden. Der Teig muss so lange durchgearbeitet werden, bis er sich von der Schüssel/der Arbeitsfläche löst. An einen warmen Platz stellen, mit Küchentuch abdecken.Vom Gebackene-Mäuse-Teigmachen bei Juli und Joschi, den guten Geistern im Grinzinger Zuhause, hatte ich das mit dem gehen Lassen in Erinnerung. Der Teig kam in der Rührschüssel nahe zum Ofen, damit er es schön warm habe (das braucht er zum »Gehen«), darauf legten sie zwei Kochlöffel, darüber ein sauberes Geschirrhandtuch. Sie prüften, ob er schon ausreichend aufgegangen war, indem sie die Kochlöffel etwas anhoben und darunterspähten. Der Germteig soll etwa 1/3 mehr Volumen erreicht haben, danach kann weitergearbeitet werden. Erfahrungsgemäß dauert das etwa eine Stunde. Jetzt kommen die Herrlichkeiten hinein, die einen Stollen erst richtig gut machen: 500 g Sultaninen, 150 g Korinthen, 20 g Zitronat, 100 g Orangeat – jeweils in Würfel geschnitten, 200 g grob gehackte geschälte Mandeln. Alle Zutaten hineinkneten, auch wenn immer wieder etwas herausfällt, besonders die Rosinen machen sich gerne selbstständig. Das meiste verschwindet schließlich doch in der Teigmasse, die recht schwer wird, wiegen die Zutaten immerhin über 3 kg! Das muss bei der Größe der Rührschüssel mitbedacht werden, auch der Platz zum doppelten Aufgehvolumen. Wenn alles verknetet wurde, darf der Teig noch mal gehen, zumindest 30 min. Danach in Stollenformen füllen oder selbst formen. Das geht folgendermaßen: Rollen Sie ihn als dicken Fladen aus und schlagen Sie 1/3 der Fladenfläche der Länge nach über das mittlere Drittel. So erhält der Stollen seine typische Form, eine Hälfte ist höher als die andere. Allerdings muss ich zugeben, es glückte mir nie, dass sie beim Backen so blieb. Jetzt habe ich ein Heißluftbackrohr, vielleicht gelingt es damit. Die fertig geformten Stollen aufs bemehlte oder doch wieder besser mit Backtrennpapier oder auch Silikonunterlage ausgelegte Backblech legen, noch mal gehen lassen. Der Teig wird bei jeder neuen Behandlung zusammengedrückt, danach darf er wieder Luft holen. Im vorgeheizten Backrohr wird er schließlich zunächst 15 min bei etwa 200° vor-, danach bei 160–170° fertig gebacken. Mit Umluft dauert es vermutlich nur mehr 35 min, ansonsten hatte ich eine Backzeit von insgesamt 70–90 min eingeplant. Sie hängt auch davon ab, ob Sie einen großen Stollen formen oder mehrere kleine. Der große ist besonders aromatisch und saftig. Wenn Sie mehrere machen, haben Sie gleich nette Geschenke. Machen Sie die Probe, am besten mit einem metallenen Spieß. Wenn nichts mehr kleben bleibt, und der Teig schön goldgelb wurde, ist der Stollen fertig. Er kann noch einige Minuten im Backrohr auskühlen. (Aber Achtung, wenn er zu lang in der Restwärme bleibt, könnte er zu schwarz werden.) Danach wird er abwechselnd mit zerlassener Butter bestrichen und mit Staubzucker bestreut, das kann zweibis dreimal wiederholt werden, er soll eine dicke Butter-Zucker-Schicht erhalten. Das klingt unmöglicher, als es ist, mit einem Kochpinsel wird die erste Zuckerschicht bestupft, dann geht noch mehr Staubzucker drauf. Dafür 40 g Butter reservieren, könnte aber sein, dass Sie etwas mehr benötigen. Natürlich können Sie die weiße Zuckerschicht weglassen, dann sieht er zwar nicht aus wie das Original, ist aber weniger üppig und etwas gesünder. Allerdings hält die dicke Zuckerschicht den Stollen frisch und saftig. Seine Form und das Weiß des Zuckers sollen übrigens an ein Wickelkind = Christkind erinnern. Damit die Geschmacksknospen am Weihnachtsmorgen unvergessliche Befriedigung erfahren, sollte auch der Stollen zumindest 14 Tage zuvor gebacken worden sein. An einem kühlen Ort gelagert, hält er monatelang – wenn er nicht schon viel früher aufgegessen wird.

Ich erinnere mich liebevoll an meine Mama, wie sie jedes Jahr in der Küche stand um unseren Dresdner Stollen zuzubereiten – das Wasser läuft mir beim Lesen im Mund zusammen, ich habe den Geruch in der Nase, den Geschmack am Gaumen – und vor allem die dicke, dicke Zucker-Butter- Schicht in Erinnerung. Bei uns gab es den Stollen an den Weihnachtsfeiertagen zum Frühstück! und natürlich auch am Nachmittag….

Zu den wunderbaren Rezepten liefert die Autorin  authentische Hintergrundinformationen und natürlich die von ihr persönlich selbst verfassten Märchen. Isabella Farkasch

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ist übrigens Spezialistin  im „intuitiven Schreiben“ und hält dazu auch Workshops und ihre künstlerische Ader, die sie beruflich u.a. als Bühnen- und Kostümbildnerin ausübt, machen aus diesem wunderbaren Buch ein Gesamtkunstwerk. Absolute Empfehlung – nicht nur für ein Last-Minute Weihnachtsgeschenk für alle, die auch gerne backen, lesen und weihnachtliche Ruhezeit genießen.

Fotocredit Bücher: Maria-Magdalena Ianchis

Fotocredit Portrait: grey-panther-media.com

 

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